Im Rahmen der diesjährigen Brandschutzwoche fand am Freitag, den 18. September 2026, die Gemeindeübung der Feuerwehren der Gemeinde Neunkirchen am Sand statt. Als Übungsobjekt diente der Kindergarten „Villa Fabula“ in der Kapellenstraße 1 in Speikern.
Um 18:30 Uhr wurden die Feuerwehren Speikern, Neunkirchen, Rollhofen und Kersbach-Weißenbach über Funk mit dem Alarmstichwort „B4 – Brand Kindergarten, mehrere Personen in Gefahr“ zur angenommenen Einsatzstelle alarmiert.
Die Feuerwehr Speikern rückte als erste Einheit unmittelbar zur Einsatzstelle vor. Bereits während der Anfahrt war eine deutliche Rauchentwicklung aus dem Gebäude sichtbar. Vor dem Kindergarten machte sich ein Erzieher bemerkbar und informierte die eintreffenden Einsatzkräfte über die angenommene Lage.
Einsatzleiter Markus Goldhammer, 1. Kommandant der Feuerwehr Speikern, verschaffte sich zunächst einen Überblick über die Situation. Im Gespräch mit dem Erzieher wurden unter anderem Informationen zur Belegung des Kindergartens, zur Anzahl möglicherweise vermisster Personen sowie zur aktuellen Lage im Gebäude eingeholt.
Parallel dazu wurden für die weiteren anrückenden Feuerwehren Bereitstellungsräume festgelegt. Die Feuerwehr Neunkirchen am Sand bezog zunächst den Bereitstellungsraum am Feuerwehrhaus Speikern. Für die Feuerwehren Rollhofen und Kersbach-Weißenbach wurde ein Bereitstellungsraum im Bereich der Kapelle eingerichtet.

Nach der ersten Erkundung wurde die Einsatzstelle in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert und den einzelnen Feuerwehren klare Einsatzaufträge zugewiesen. Die Feuerwehr Speikern übernahm den Erstangriff im Erdgeschoss. Im Vordergrund standen dabei die Menschenrettung/Personensuche sowie die Brandbekämpfung.
Der Angriffstrupp ging unter Atemschutz mit dem ersten C-Rohr über den Haupteingang in das Gebäude vor. Gleichzeitig stellte der Wassertrupp die Wasserversorgung zum Löschfahrzeug sicher, während der Schlauchtrupp die eingesetzten Atemschutztrupps unterstützte und weitere Aufgaben im Bereich der Personenversorgung übernahm.
Die Feuerwehr Neunkirchen am Sand erhielt den Auftrag, im Untergeschoss eine Personensuche durchzuführen und die Brandbekämpfung vorzunehmen.
Die Feuerwehr Rollhofen unterstützte die Einsatzkräfte mit weiteren Atemschutzgeräteträgern und stellte für die im Gebäude eingesetzten Trupps einen Sicherungstrupp.
Die Feuerwehr Kersbach-Weißenbach übernahm die Straßensperrung der Kapellenstraße und Milchgasse und die Suche nach vermissten Kindern im Außenbereich, da im Rahmen des Übungsszenarios davon ausgegangen wurde, dass sich mehrere Kinder aus dem Gebäude in das umliegende Gelände geflüchtet hatten.

Im Verlauf der Personensuche konnten mehrere vermisste Personen aufgefunden und aus dem Gebäude gerettet werden.
Eine besondere Herausforderung stellte drei Personen dar, die sich in einen rauchfreien Raum gerettet und dort eingeschlossen waren. Die Rettung erfolgte über eine Steckleiter ins Freie.
Weitere Personen wurden durch die eingesetzten Atemschutztrupps im Gebäude aufgefunden und nach außen gebracht. Dort übernahm der Schlauchtrupp die weitere Betreuung und Erstversorgung der geretteten Personen bis zur angenommenen Übergabe an den Rettungsdienst.
Auch im Außenbereich konnten die ersten vermissten Kinder aufgefunden und zum eingerichteten Sammelplatz gebracht werden.
Zwei weitere Personen wurden im Dachgeschoss in einem rauchfreien Bereich entdeckt. Da das Treppenhaus bereits stark verraucht war, wurde die Person über die Außentreppe ins Freie gebracht.

Nach Abschluss der Menschenrettung und der angenommenen Brandbekämpfung wurde das Gebäude mit zwei Lüftern maschinell entraucht.
Im Anschluss erfolgte eine abschließende Kontrolle. Gemeinsam mit dem Erzieher wurde anhand der Anwesenheitsliste überprüft, ob sämtliche Personen aufgefunden worden waren.
Die abschließende Rückmeldung war eindeutig: Alle vermissten Personen konnten gefunden, gerettet und versorgt beziehungsweise an den Rettungsdienst übergeben werden.
Damit konnte der Einsatzleiter schließlich das Übungsziel als erreicht bewerten und „Feuer aus“ sowie das Einsatzende bekannt geben.

Nach dem Rückbau der eingesetzten Geräte fand eine gemeinsame Übungsnachbesprechung statt.
Einsatzleiter und 1. Kommandant der Feuerwehr Speikern, Markus Goldhammer, zeigte sich mit dem Ablauf der Übung zufrieden und lobte die gute Zusammenarbeit aller beteiligten Feuerwehren. In der anschließenden Besprechung wurde das Übungsszenario nochmals erläutert und auf einzelne Einsatzabschnitte, Abläufe und Erkenntnisse eingegangen.
Ziel der Gemeindeübung war es insbesondere, die Zusammenarbeit der Feuerwehren innerhalb der Gemeinde, die Führungs- und Kommunikationsstrukturen sowie die gemeinsame Bewältigung einer größeren Schadenslage mit mehreren vermissten Personen zu trainieren.
Gerade ein Brand in einem Kindergarten stellt für die Einsatzkräfte aufgrund der Vielzahl möglicher betroffener Personen, der notwendigen Menschenrettung und der besonderen Anforderungen bei der Betreuung von Kindern eine große Herausforderung dar. Die Übung bot daher allen beteiligten Einsatzkräften die Möglichkeit, Abläufe unter möglichst realistischen Bedingungen zu trainieren und wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall zu gewinnen.

Im Anschluss an die Übung lud die Feuerwehr Speikern alle beteiligten Einsatzkräfte zu einem gemeinsamen Abschluss ins Feuerwehrhaus ein. Bei Bratwurstbrötchen, Leberkäsebrötchen und Käseweckla sowie Getränken klang der Übungsabend in kameradschaftlicher Atmosphäre aus.
Ein herzlicher Dank gilt allen beteiligten Feuerwehren und Einsatzkräften für die engagierte Teilnahme und die gute Zusammenarbeit. Ebenso bedanken wir uns bei allen, die durch die Vorbereitung und Organisation zum Gelingen der Gemeindeübung im Rahmen der Brandschutzwoche 2026 beigetragen haben.
Beteiligt waren die Feuerwehren Speikern, Neunkirchen am Sand, Rollhofen und Kersbach-Weißenbach.











No responses yet